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Von Selbstwirksamkeit und Lernmotivation
21. Februar 2018 0 Kommentare

Die Attribuierungstheorie (attribution theory) von Fritz Heider beschreibt eine Methode, wie Menschen kausale Erklärungen für das eigene Verhalten und das anderer Personen bilden. Es geht also darum, wie eine Person Ursachen für den eigenen Erfolg oder Misserfolg zuschreibt.

 

Attributionen werden stets mit emotionalen Reaktionen in Beziehung gesetzt. So konnte gezeigt werden, dass eine Attribution auf Fähigkeit nach einem Erfolg die Gefühle wie Kompetenz, Stolz und Selbstvertrauen auslösen und eine Attribution nach einem Misserfolg die Gefühle Inkompetenz, Resignation und Depression zur Folge hat. Die Attribution auf Anstrengung nach einem Erfolg wird mit Erleichterung, Zufriedenheit und Entspannung in Zusammenhang gebracht, während die Anstrengungsattribution bei Misserfolg mit Schuld, Scham und Furcht verbunden werden.

 

Grundsätzlich sind in dem Zusammenhang auch die Selbstwirksamkeitserwartungen von Bedeutung. Bandura (1977) versteht unter Selbstwirksamkeit die Überzeugung, ein Handlungsergebnis selbst herbeigeführt zu haben. Für die Lernmotivation ist es demnach nachteilig, wenn einem Schüler die Überzeugung fehlt, seine guten oder schlechten Leistungen selbst bewirkt zu haben.

 

Bei einer Motivationsförderung gibt es grundsätzlich drei Ziele, die erstrebenswert sind:

 

Die Lernenden sollten dahin geführt werden, sich selbst ein realistisches Anspruchsniveau zu setzen. Das heißt weder zu hohe noch zu niedrige Ziele im Lernziel zu setzen. Bei einem zu niedrigen Ziel findet der Versuch statt, einen Misserfolg zu vermeiden, während ein zu hohes Ziel dazu führt, von vornherein mit einem Misserfolg zu rechnen und damit bereits eine Erklärung für ein Versagen parat zu haben.

Die Entwicklung eines erfolgszuversichtlichen Attributionsmusters ist wichtig für die Motivationsförderung, denn demnach wird ein Erfolg nicht dem Zufall oder einer zu leichten Aufgabe zugeschrieben, sondern dem eigenen Fleiß und der Begabung. Ein Misserfolg ist nicht dem eigenen Unvermögen, sondern fehlendem Fleiß zuzuschreiben.

Das dritte Ziel bezieht sich auf die Selbstbewertungsbilanz in Leistungssituationen. Dabei wird der Lernende dazu ermuntert, sich mehr über Erfolge zu freuen, als sich über Misserfolge zu ärgern.

Diese drei Punkte helfen nachweislich, die Lernmotivation zu stabilisieren.

 

Unter Rückgriff auf verschiedene psychologische Motivationstheorien entstand das aus den USA stammende Motivierungsmodell, das aus vier Komponenten besteht: das ARCS-Modell.

 

Die vier ARCS-Strategiekompnenten setzen sich wie folgt zusammen:

A: Aufmerksamkeitsstrategien (attention strategies) zur Weckung von Aufmerksamkeit, Neugier und Interessen. Hierbei steht im Vordergrund, persönliche Ressourcen und Interessen des Lernenden zu finden und in die Lernsituation einzubinden.

R: Relevanz (relevance strategies) bedeutet, dass der Lerninhalt für den Lernenden relevant dargestellt werden sollte. Das passiert durch das Verknüpfen des Lehrstoffs mit den Bedürfnissen, den Interessen und der Motivation des Lernenden.

C: Strategien der Erfolgszuversicht (confidence strategies) helfen dem Lernenden, den eigenen Erfolg zu erwarten.

S: Belohnungsstrategien (satisfaction strategies) sollen dem Lernenden die extrinsische und insbesondere die intrinsische Motivation verschaffen.


Weiterführende Literatur: Rudolph, U. (2003). Motivationspsychologie. Berlin: Beltz Verlag

Bild: Pixabay

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