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Lernmotivation und Attribution
16. April 2020 0 Kommentare
motivation

Die Lernmotivation beschreibt den aktuellen Zustand einer Person, in der sie sich intensiv mit speziellen Lerninhalten beschäftigt. Es liegt dabei eine grundlegende Bereitschaft vor, sich entweder freiwillig oder unfreiwillig mit zeitlich begrenzten Aufgaben auseinanderzusetzen. Warum sich die Person mit diesen Inhalten beschäftigt, kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei einer intrinsischen Motivation lernt die Person durch den „inneren“ Antrieb sowie um der Inhalte oder Tätigkeit willen, und die Handlung selbst bereitet Freude und Zufriedenheit. Im günstigsten Fall lernt ein Schüler also, weil ihm das Lernen an sich Spaß bereitet und das Interesse am Thema existiert. Bei der extrinsischen Motivation dagegen wird gelernt, um bestimmte Ziele zu erreichen, die von „außen“ auferlegt wurden, das heißt nicht selbst gewählt sind. Das Lernen dient lediglich dazu, das Ziel zu erreichen, beispielsweise um gute Noten zu erhalten oder belohnt zu werden. Für einen erfolgreichen Lernprozess scheint die intrinsische Motivation erstrebenswerter und sinnvoller, da intrinsisch motivierte Personen bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen eine insgesamt höhere Leistung aufweisen als extrinsisch motivierte Personen. Hier besteht auch der Zusammenhang zu den eigenen Emotionen, denn bereitet eine Tätigkeit Freude, so ist sie emotional positiv besetzt und man setzt sich gern vermehrt mit ihr auseinander. Das wiederum führt zu einer stabileren Verarbeitung der erlernten Inhalte und lässt somit einen Lernerfolg wahrscheinlicher werden.

Eng verknüpft mit der Motivation sind die persönlichen Attributionen, denn diese beeinflussen die Motivation. Die Attribuierungstheorie (attribution theory) von Fritz Heider beschreibt eine Methode, wie Menschen kausale Erklärungen für das eigene Verhalten und das anderer Personen bilden. Es geht also darum, wie eine Person Ursachen für den eigenen Erfolg oder Misserfolg zuschreibt. Es handelt sich dabei um Gedanken und Überzeugungen, die mit einem Streben nach Kontrolle in Zusammenhang stehen und die dementsprechend auch als Kontrollkognitionen bezeichnet werden können. Attributionen können die Emotionen, die Motivation und das Verhalten beeinflussen.

Ein Ereignis kann external (durch das Denken und Handeln anderer) oder internal (durch das eigene Tun) erklärt werden. Dazu kommt die Stabilität der Erklärungsfaktoren. Eine Ursache für ein Verhalten kann somit entweder lang andauernd wirksam sein (z.B. Intelligenz) oder die Ursache kann kurzfristig eintreten (z.B. momentane Stimmung). Dementsprechend ergibt sich eine Vierfeldertafel, in der die einzelnen Attributionen festgehalten werden können.
Das zweidimensionale Attributionsschema:


Ort der Ursache
Stabilität internal external
stabil Begabung/Fähigkeit Aufgabenschwierigkeit
variabel Anstrengung Pech/Glück

Menschen, die internal und stabil attribuieren, finden eine Ursachenerklärung also in der eigenen Fähigkeit („Ich habe die Klausur bestanden, weil ich das Thema gut kann.“). Eine external, stabile Erklärung wäre dagegen die Aufgabenschwierigkeit („Ich habe die Klausur bestanden, weil die Aufgaben leicht waren.“).

Eine internal und variable Erklärung bezieht sich auf die Anstrengung („Ich habe die Klausur bestanden, weil ich mich sehr angestrent habe.“), und eine external, variable Attribution erklärt durch Glück oder Pech („Ich habe die Klausur bestanden, weil ich Glück bei der Aufgabenstellung hatte.“).

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